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Author: Hanna

Sodenn, nach einer ermuedenden 25stuendigen Zugfahrt bin ich nun nicht mehr in Guangzhou, sondern in Kunming in der Provinz Yunnan. 
Der Zug war so wie in meiner Erinnerung - voll, laut, nicht so supersauber wie normale europaeische Zuege (andererseits ist das hier aber nicht normal und ausserdem nicht in Europa). Zudem ist alles noch weit davon entfernt, meine Komfortzone allzu weit zu beeintraechtigen (fleckige Decke? Denke ich einfach nicht dran!). Von Flecken ist ja bisher noch keiner gestorben (es sei denn, sie bilden sich auf der Haut). Lustigerweise war der Zug aber auch nicht ganz so, wie erwartet - manche Sachen vergisst (verdraengt?) man halt. Da ich jemand bin, der viel mit Geruechen verbindet, war es genau diese Sache. Man kann den Geruechen nicht entkommen - seien es Raucher im Klo im Nichtraucherzug (mein Platz war in der Naehe, was evtl. vorteilhaft haette sein koennen), sei es der stechende Geruch der den Schuhen des freundlichen Mannes auf der untersten Liege entfleuchte, sei es das duftende Abendessen des jungen Paares auf den zwei mittleren Liegen (waehrend ich meine nciht-so-exquisiten Ramen-Fertignudeln verspeiste) oder sei es der frische Geruch nach Mandarine vom Gang. Stellt euch das alles vor, untermalt von chinesischem Softpop, staendigem Geplapper und dem zeitweiligen Geraeusch, wenn sich ein Mitreisender lauthals die Nase, den Hals oder irgendeinen anderen Teil seiner oberen Atemwege reinigte (habe ich erwaehnt, dass ich in der Naehe des Klos war?).
Naja, trotzdem finde ich es immer wieder toll, wie sehr solche Reisen meine Perspektive wieder in's richtige Lot ruecken - in Sachen von Reisecomfort, aber auch hinsichtlich zeitlicher Aspekte. Geht auch gar nicht anders, denn sonst wuerde man auf solchen langen Reisen irgendwann die Waende hochgehen - und dabei war ich schon im obersten Bett und die Decke nur immer eine Beule oder einen Nackenkrampf entfernt! So kommt es auch, dass ich schon das erste Buch fuer diesen Urlaub durch habe (Paul Auster's "Unsichtbar" - sehr spannend, aber auch z.T. etwas unkonventionell, davon hatte ich die erste Haelfte schon nach dem 11,5-Stunden-Flug durch), etliches aus dem Lonely Planet rausgesaugt und zwei laengere Podcasts durch habe. Die restliche Zeit habe ich mit Schlafen oder dem Versuch davon verbracht - da ich relativ ausgeruht bin, verbuche ich das mal als Erfolg (oder liegt das an dem phantastischen Cafe latte hier im Hostel in Kunming?). ;-)
Guangzhou war uebrigens auch ganz nett, obwohl es nicht so relaxed ist wie Kunming. Nachdem ich mich in Guangzhou sehr einfach mit Hilfe des Airport Expressbus in's richtige Viertel begeben hatte, war es doch etwas schwieriger, das Hostel selbst zu finden. Zwischendurch passierte es tatsaechlich, dass mich zwei Chinesen zeitgleich in gegensaetzliche Richtungen wiesen. Da ich aus der einen kam und wusste, dass es die nicht sein konnte, richtete ich mich nach dem Rat des zweiten Chinesen - und wurde darin durch ein freundliches Nicken bestaetigt, sobald der andere ihm den Ruecken zugewandt hatte. Im Nachhinein haette ich vielleciht auch einfach das 5-yuan-Angebot fuer ein Motorradtaxi annehmen sollen. Andererseits waere ich da u.U. noch runtergefallen, da mein Rucksack nicht soooo leicht ist und etwas nach hinten zieht. DAS waere dann wohl ein wirklich schoener Anblick fuer die neugierigen Chinesen drum rum gewesen. ;-)
Irgendwann nimmt auch die schoenste Suchaktion ein Ende und nach einer kleinen Rast in meinem tollen Hostel ging's am fruehen Abend auf eine Erkundungstour durch das rastlose Guangzhou. Frueher unter dem Namen Canton bekannt, begegnet man der kolonialen Vergangenheit spaetestens auf Shamian Island, auf dem noch viele koloniale Villen und darin untergebrachte Konsulate von einer anderen Zeit kuenden. Der Rest von Guangzhou ist ziemlich quirlig, durch die Lage am Li-Fluss aber auch relativ schoen gelegen. Zudem ist die Stadt momentan eine riesige Baustelle - kaum eine Strasse, die noch ganz ist, ganze Haeuserblocks werden neu angestrichen und man findet kein Viertel, in dem nicht irgendetwas saniert wird. Und das liegt nicht an der sonstigen Dynamik in China, sondern daran, dass Guangzhou im November Gastgeber der Asien-Spiele sein wird und bis dahin alles bitteschoen blitzen und blinken soll.
Daher ist der Kontrast zu Kunming auch jetzt schon sehr offensichtlich. Hier ist alles sehr, sehr viel entspannter und genau dsa werde ich jetzt noch eingehender untersuchen. ;-)
Also dann, bis zum naechsten Eintrag!

Ach ja, ich kann eure Kommentare nciht lesen und sehen, obwohl ich selbst Eintraege (per Email) hochladen kann. Anscheinend haelt mich die virtuelle Staatsmacht davon ab, die Seite zu besuchen. ;-) Aber schreibt einfach weiter, ich freue mich schon darauf, von euch (irgendwann) zu lesen. 

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